Ökonomische Bewertung von Landnutzungskonzepten und deren Implikationen für die Landschaftsökologie. Modellierung und Kosten-Nutzen-Analyse


ECON B    

Institution
Justus-Liebig-Universität Giessen, Agrarpolitik und Marktforschung

Beteiligte Mitarbeiter/innen
Prof. Dr. Ernst Nuppenau, Dr. Tarig Gibreel, Yan Liu

Ziele des Teilprojektes
Ziel des Teilprojektes ist es, durch die Bereitstellung eines Programmierungsmodells Möglichkeiten für eine nachhaltigere Landnutzung und ländliche Entwicklung in der Ziel­region Nabanhe im Südwesten Chinas aufzuzeigen. Das Modell dient der Bewert­ung alternativer, nachhaltiger Landnutzungskonzepte, wie sie vom Gesamtprojekt vor­gegeben werden. Insbesondere wird die Bedeutung von Gummiplantagen analysiert.
Das Modell soll ferner unter Berücksichtigung des Erhalts der Kulturlandschaft mit ihrer biologischen Vielfalt und der Nährstoffkreisläufe zeigen, wie ein angemessener Lebensunterhalt zu erwirtschaften ist. Dazu wird eine Kosten-Nutzen-Analyse von Landnutzungskonzepten erstellt und eng mit den chinesischen Partnern zusammen­gearbeitet. Speziell wird in diesem Teilprojekt ein regionales und räumliches Land­nutzungsmodell erstellt, das die Identifizierung der ökonomischen Antriebskräfte eines Landnutzungswandels ermöglicht, und es werden Status-quo-Vergleiche sowie verschiedene Interventionsszenarien erstellt.
Die benutzten Methoden sind lineare und positive quadratische Programmierung von Farmen und Landschaften. Da ökologische Prozesse abzubilden sind, wird das Modell, soweit wie möglich, dynamische Prozesse berücksichtigen. Zu diesem Zweck werden die linearen Programmierungsmodelle zu dynamischen bio-ökonomischen Modellen erweitert. Die Bewertung der Konzepte erfolgt durch eine Schatten­preiser­mittlung. Zur Durchführung der Analysen wird GAMS verwendet und es wird auf existierende Betriebsmodelle aufgebaut. Hierbei soll der Prozess der Entscheid­ungs­findung im Hinblick auf den Anbau von Feldfrüchten, Tierhaltung und Feldwaldbau in unterschiedlichen Landnutzungssystemen durch eine Programmierung repräsenta­tiver Betriebe analysiert werden. Die Darstellung der Dynamiken wird durch die Identifizierung von Triebkräften wie Preisen und Technologiewandel ermöglicht.
Durch eine Aggregation und Hochrechnung von typischen Betrieben gelingt es dann die treibenden Kräfte für Landnutzungsänderungen zu modellieren, zu isolieren, und zu quantifizieren. Ziel ist hierbei immer die Gewinnmaximierung der Landwirte. Die Auswirkungen von Preisen, Techniken, Investitionen und Kosten auf die Landschaft werden durch das Anbauprogramm von Feldfrüchten abgebildet. Die Modelle einzelner Betriebshaushaltseinheiten werden zusammengefasst, um den gemein­schaftlichen, d.h. quasi kollektiven Entscheidungsfindungsprozess der betrachteten Dörfer im Hinblick auf die Kulturlandschaft darzustellen. Das ökonomische Programmierungsmodell wird mit dem GIS-Modell zusammengeführt.

Partner
Nanjing Agricultural University, Department of Management, Prof. Zhou, Shudong