Untersuchungsgebiet


This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported License.Die Datenerhebung findet im 267 km² großen "Nabanhe National Nature Reserve" (NNNR) statt, das im wesentlichen das Einzugsgebiet des Flusses Naban umfasst und sowohl über diesen als auch direkt in den östlich angrenzenden Mekong (chinesisch: Lancang Jiang) entwässert. Das Gebiet befindet sich 20 km nordwestlich von Jinghong, der Hauptstadt des Autonomen Bezirks Xishuangbanna. Das regionale Klima ist geprägt durch den Südwestmonsun, der in den Monaten Mai bis Oktober intensive Niederschläge bringt. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 1630 mm, die Jahresdurchschnittstemperatur 21,7°C. Durch die Topographie des Geländes, das von 539 m bis 2304 m NN reicht, können erhebliche Abweichungen von den Mittelwerten auftreten. Das Terrain ist, bis auf die Talsohlen, bergig.

In Xishuangbanna treffen süd- und ostasiatische Flora aufeinander, die zusammen mit tertiären Reliktarten und montanen Elementen aus dem Himalaya eine große Vielfalt der Vegetation in diesem Teil des "Indo-Birma hotspot of biodiversity" bedingen. Allein für das NNNR werden 1953 Arten von Gefäßpflanzen aus 219 Familien aufgeführt, von denen die Bevölkerung viele nutzt und zum Teil vermarktet. Auch die Fauna ist mit allein 384 Arten von Wirbeltieren sehr divers. Viele dieser Arten stehen unter Schutz.. Das 1991 als "Nabanhe Nature Reserve" eingerichtete Schutzgebiet wurde im Jahr 2000 auf den Status einer "National Nature Reserve" aufgewertet. Es wird nach dem Konzept des "Man and the Biosphere"-Programms der UNESCO bewirtschaftet, ist also in Zonen mit unterschiedlichem Schutz- und Nutzstatus gegliedert.

Bild gemacht von Oliver FroerZur ökologischen Vielfalt treten die ethnische und kulturelle. Die Bevölkerung von rund 5500 Personen in 32 Dörfern teilt sich in sechs kulturell eigenständige Volksgruppen: Han, Dai, Hani, Lahu, Bulang und Yi. Von den zahlreicheren Gruppen bewohnen die Dai und Han die Täler, die Lahu die Höhenlagen. Wichtigste Einkommensquelle der Bevölkerung ist die Landwirtschaft. Neben Nassreis, Mais und Kartoffeln werden Erdnuss, Sonnenblume, Tabak, Gemüse, Tee, Sharen (Amomum villosum), verschiedene Arten von Obstbäumen und zunehmend Kautschuk angebaut. Die unterschiedlichen Kulturen der Volksgruppen spiegeln sich in deren Landnutzung. Die Lahu sind traditionell auf die Wälder angewiesene Jäger und Sammler, die Dai Reisbauern, während die Han-Chinesen im Kautschukanbau aktiv sind.